Interview mit Stefan Barz

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Stefan Barz

Autoren-Steckbrief
Geboren 1975 in Köln, aufgewachsen in der Eifel. Während des Germanistik- und Philosophiestudiums journalistisch gearbeitet, dann Lehrer geworden und dabei die Liebe zum Schreiben wiederentdeckt. 2011 erschien die erste Kurzgeschichte “Klassenzimmer”. 2014 mit dem Kurzkrimi “Erbsünde” für den Agatha-Christie-Krimipreis nominiert und für das Romandebüt “Schandpfahl” mit dem Jacques-Berndorf-Preis ausgezeichnet worden. Seitdem sind weitere Krimis und Kurzgeschichten erschienen.

Bisher erschienene Bücher auflisten
Schandpfahl (2014)

Nimmerwiedersehen (2017)

Woher nimmst du deine Motivation zum Schreiben? Was treibt dich an?
In erster Linie Willenskraft: Ich muss schreiben wollen. Dann treibt mich die Geschichte an, wenn ich beim Plotten so weit bin, dass ich das Gefühl habe, dass aus der Ideensammlung eine Geschichte werden kann. Dazu kommt dann die Identifikation mit der Geschichte, wenn mich die Story nicht mehr loslässt und auch noch nachts beschäftigt. Und schließlich das Bedürfnis, etwas über menschliche Abgründe erzählen zu wollen.

Wie entstehen die Ideen zu deinen Büchern?
Die Ideen entstehen sehr unterschiedlich. Bei “Schandpfahl” entstand die Idee mit dem Tatort: Zuerst hatte ich die Gerichtssäule im Kommerner Freilichtmuseum vor Augen, um die herum ich die Geschichte entwickelt habe. Bei “Nimmerwiedersehen” hatte ich zuerst die Idee des ungewöhnlichen Mörders, aber mir fehlte lange Zeit eine zweite Idee, die mir mit meiner Abiturjubiläumsfeier kam: Da wusste ich dann, dass ich die Geschichte in das Setting eines Klassentreffens einbinden wollte, und von da an funktionierte die Geschichte. Mein Kurzkrimi “Erbsünde” entstand aus dem ersten Satz heraus.

Gibt es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede in deinen Büchern?
In meinen beiden Kriminalromanen ermittelt der junge Kommissar Jan Grimberg, der oft sehr unsicher ist und sich hin und wieder fragt, ob er den richtigen Job gewählt hat. Er hat aber auch eine ungewöhnliche Stärke: Aufgrund seines Philosophiestudiums beschäftigt er sich mit menschlichen Existenzfragen, die ihm eine Brücke zum aktuellen Fall bauen können und ihm in unerwarteten Momenten auf die richtige Spur helfen. Beide Romane enthalten also auch philosophische Themen.

In welchem Genre bist du zu Hause?
Im Krimi-Genre. Denn der Krimi bietet gleich mehrere Vorteile: Man hat eine bestimmte Struktur, die die Handlung antreibt: Ein Mord muss aufgeklärt werden. Und gleichzeitig bieten sich Morde an, um über Allgemeinmenschliches zu schreiben. Mich interessieren Fragen wie: Was macht einen Menschen zum Mörder? Und was macht ein Mord mit einem Menschen?

Wann kannst du am besten schreiben?
Zu ganz unterschiedlichen Zeiten. Da ich aber hauptberuflich als Lehrer arbeite, komme ich meistens erst abends zum Schreiben.

Warum sollten die LeserInnen ausgerechnet deine Werke lesen?
Das sollte man besser die Leser fragen, die meine Werke bereits gelesen haben … 🙂 Vielleicht, weil Jan Grimberg sicherlich ein ganz interessanter Ermittler ist und weil es in meinen Krimis – und Kurzkrimis – immer überraschende Wendungen gibt.

Was sind deine Lieblingsbücher? Was magst du absolut gar nicht?
Sehr gerne lese ich die Krimis von Hakan Nesser und Jan Costin Wagner. Ich persönlich mag keine Krimis, in denen es um zu viel lokalpolitisches Geklüngel geht, aber das ist Geschmackssache.

Mit welchem deiner Protagonisten oder mit welchem anderen Autor würdest du gerne mal einen Kaffee trinken gehen?
Von meinen Romanfiguren wäre Ralf Steiner, Jan Grimbergs erster Kripo-Partner in “Schandpfahl”, sicher ein interessanter Gesprächspartner. Mit welchen Autoren? Hakan Nesser, Sebastian Fitzek, Johann Wolfgang von Goethe und Max Frisch.

Was war der lustigste Fehler in deinen Büchern?
Ich finde die Fehler in meinen Büchern meistens gar nicht lustig, sondern schäme mich dafür, dass sie mir unterlaufen sind.

Dein Lieblingsspruch / Motto / Lebensweisheit?
Nutze den Tag!

Deine Chance! Was wolltest du den LeserInnen schon immer mal mitteilen?
Auch wenn meine Krimis an authentischen Orten der Eifel spielen, sind alle Personen wirklich, wirklich, wirklich erfunden.

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