Interview mit Dana Smith

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Name
Dana Smith

Autoren-Steckbrief
Dana Smith wurde 1974 in Bremen geboren. Die Kreativität legte man ihr in die Wiege, doch leider versank diese im Laufe des Berufslebens immer mehr im Sumpf des Alltags – bis sie schließlich nicht mehr zu sehen war.
Als Dana sich 2014 entschloss ihr altes konventionelles Leben hinter sich zu lassen, ihr Leben auf ein Minimum reduzierte und in ein winzig kleines Haus auf dem Land zog, gelang es ihr, ihre Begabungen nach und nach aus dem Schlamm zu heben, gründlich zu reinigen und aufzupolieren.
Mit neu gewonnener Kraft und frischen Ideen erschuf sie eine Internetseite, auf der sie Kunsthandwerk anbot und zu der auch ein kleiner Blog gehörte.
Mit dem Schreiben der Blogartikel kam die Begeisterung fürs Schreiben. Als sie 2015 ein Interview einer erfolgreichen Selfpublisherin sah die sinngemäß sagte: “Wenn man ein Buch schreiben will, dann hilft nur eins – schreiben” stand ihre Entscheidung fest. Sie wusste mittlerweile, dass man nie zu alt ist, etwas Neues zu Beginnen und es entstanden in den folgenden Jahren zwei Manuskripte.
Danas Debütroman “Dorf ohne Gewissen” erschien 2019. Zurzeit arbeitet sie an der Überarbeitung des zweiten Romans “Sofies Verhängnis”.

Bisher erschienene Bücher auflisten
Dorf ohne Gewissen (2019)

https://www.thalia.de/shop/home/suggestartikel/ID148513403.html?sq=Dorf%20ohne%20Gewissen&stype=productName

Woher nimmst du deine Motivation zum Schreiben? Was treibt dich an?
Mein Alter Ego steht morgens vor mir auf, hockt mit einem Eimer kaltem Wasser vor meinem Bett und treibt mich so lange an, bis ich endlich am Schreibtisch sitze und schreibe 😉 …
Jetzt im Ernst. Wenn ich mit einem Manuskript angefangen habe, dann motivieren mich die Charaktere des Romans. Jeden Morgen spuken sie durch meinen Kopf und wollen ihre Geschichte weitererzählen. Wenn ich dem nicht nachgebe, dann fangen sie an zu nerven und lassen mich im schlimmsten Fall nicht schlafen. Also schreibe ich so viel und so oft ich kann. Wenn es an die Überarbeitung geht und ich einen Durchhänger bekomme, dann treibt mich die Tatsache an, wie weit ich schon gekommen bin. Eine Geschichte, in die man schon so viel Zeit und Schweiß gesteckt hat, verdient es gut überarbeitet und fertiggestellt zu werden.

Wie entstehen die Ideen zu deinen Büchern?
Die Ideen zu meinen Büchern entstehen aus Alltagssituationen. Ich habe einige Zeit in einem Geschäft hier bei mir im Dorf gearbeitet und war fasziniert, wie viel dort getratscht wurde. Besonders spannend fand ich, wie viele unterschiedliche Versionen eines Ereignisses einem zu Ohren kamen und wie oft maßlos übertrieben wurde. Es wurden Phrasen gedroschen und Klischees bedient – herrlich. Das war die Grundlage zu meinem Roman „Dorf ohne Gewissen“. Mich haben diese Geschichten so beschäftigt, dass ich immer wieder darüber nachdenken musste, was wohl passiert, wenn jemand verschwindet. Was würden die Leute dann reden?

Gibt es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede in deinen Büchern?
Die Themen meiner Bücher sind unterschiedlich. Ich schreibe immer über das, was mich gerade beschäftigt.
Gemeinsam haben sie, dass mir die Orte bekannt sind, an denen sie spielen – außer Paris, da war ich nur auf Google Maps. Und ich bringe immer etwas von mir mit in meine Romane. Bestimmte Eigenarten oder Macken der Charaktere stammen von mir oder Menschen, die ich gut kenne.

In welchem Genre bist du zu Hause?
Ich bediene das Genre „Roman“. Sorry, Leute, aber ganz genau kann ich es leider nicht definieren. Wenn es etwas genauer sein soll, dann zähle ich sie zu den Romanen der Postmoderne.

Wann kannst du am besten schreiben?
Am besten kann ich gleich morgens schreiben. Da ich zurzeit noch auf meinen Brotjob angewiesen bin, den ich am Vormittag ausübe, „muss“ ich mich leider am Nachmittag an den Schreibtisch setzen. Es ist aber nicht so dramatisch, denn wenn ich erst mal drin bin, dann läuft es mit dem Schreiben.

Warum sollten die LeserInnen ausgerechnet deine Werke lesen?
Ich kann dir, liebe Leserin, lieber Leser, nichts weiter bieten, als Wörter, die in unendlich vielen Sätzen aneinandergereiht wurden. Es gibt bei mir keine Lösung für Probleme, keine Ratschläge für ein besseres oder anderes Leben.
Dafür nehme ich dich mit, um in eine andere Welt abzutauchen, ein paar Stunden mit Charakteren zu verbringen, mit denen du lachen, weinen und mitfiebern kannst.
Ich gebe keine Garantie, für gar nichts, aber ich verspreche dir, dass ich immer hundert Prozent gebe, um einen Roman zu schreiben, der zum Abtauchen und Verweilen in einer fremden Welt einlädt.

Was sind deine Lieblingsbücher? Was magst du absolut gar nicht?
Meine Lieblingsbücher, hm… Lustigerweise lese ich wenig aus dem Genre, in dem ich selber schreibe. Ich bin ein großer Thriller und Horrorfan und liebe Stephen King. Ich glaube, das beste Buch war „Friedhof der Kuscheltiere“. Es war der erste Horrorroman, den ich im Alter von fünfzehn gelesen habe. Wahrscheinlich hat das Buch deshalb einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Absolut gar nicht, aber wirklich gar nicht, mag ich Liebesromane. Weder als Buch noch als Film. Wenn mich meine beste Freundin besucht, möchte sie immer mit mir zusammen Schnulzen ansehen – schrecklich!

Mit welchem deiner Protagonisten oder mit welchem anderen Autor würdest du gerne mal einen Kaffee trinken gehen?
Hm. Am liebsten würde ich einen nächtlichen Friedhofspaziergang mit Stephen King machen. Da aber mein Englisch nicht besonders gut ist, wünsche ich mir jemanden, der meine Sprache spricht. Ich würde mich gerne mal mit Nika Lubitsch treffen und ihr ein Loch in den Bauch fragen.

Was war der lustigste Fehler in deinen Büchern?
Ich habe Ines, meine vegane Protagonistin, Eierlikör trinken lassen.

Dein Lieblingsspruch / Motto / Lebensweisheit?
Winston Churchill soll mal gesagt haben: Erfolg ist nichts Endgültiges, Misserfolg nichts Fatales: was zählt, ist der Mut weiterzumachen.
Das ist doch mal ein gutes Lebensmotto.

Deine Chance! Was wolltest du den LeserInnen schon immer mal mitteilen?
Folge deinem Herzen, wenn es nach etwas verlangt.
Ich habe in meinem Leben viele Ausbildungen und verschiedene Jobs gemacht. Ich hatte ein großes Haus, einen Zweitwagen und eine 50-Stunden-Woche. Mit knapp 40 hatte ich das Gefühl, etwas läuft falsch und habe mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Dann kam ich durch einen Zufall zum Schreiben und liebe es mittlerweile sehr. Ich möchte, dass jeder Mensch weiß, dass man nie zu alt ist, um etwas zu ändern. Das Leben ist zu kurz um in einer „Schockstarre“ zu verharren.

Liste hier auf, wo man dich im Netz antrifft (Webseite, Facebook, Twitter, YouTube, …)*
www.dana-smith.de
https://www.facebook.com/AutorinDanaSmith
https://www.instagram.com/dana.smith.autorin/

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