Interview mit Vincent Schlecht

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Steckbrief des Autors 

Als Sohn eines Künstlers im sogenannten “Herbst der DDR“ geboren, wuchs ich im schönen Zeitalter von Klappfahrrädern und Freikörperkultur in einer für damals typischen Neubaublocksiedlung einer kleinen Stadt in Sachsen auf. Obwohl es eigentlich absolut gegen meine Natur sein sollte, entdeckte ich schon ziemlich früh das Schreiben für mich. Immer schon entstanden fast wie von selbst Geschichten in meinem Kopf oder ich formte gedanklich meine Emotionen zu Gedichten. Trotz großer Schwierigkeiten und schwerer Lese-Rechtschreibschwäche und obwohl ich mich schon mit den einfachsten Worten quälte, wusste ich bereits in der zweiten Klasse, dass ich schreiben will. Auch wenn mir oft schon nach nur wenigen Sätzen vor Anstrengung die Augen tränten, kämpfte ich mich von Wort zu Wort und entwickelte recht bald schon meinen ganz eigenen Stil und trat schließlich in der sechsten Klasse erfolgreich bei einem Poesie-Wettbewerb meiner Schule an. Von kleineren Gedichten über vom Leben geprägte Gedanken kam ich dann schließlich mit ungefähr 14 Jahren zum Schreiben erotischer Werke. Was auch heute, knapp 20 Jahre später und glücklicherweise mit inzwischen deutlich weniger Schwierigkeiten, neben der Fotografie eine meiner größten Leidenschaften ist.

Bisher erschienene Bücher

Gedanken der Sehnsucht und Fantasien der Lust – Erotica Verlag

Woher nehmen Sie Ihre Motivation zum Schreiben? Was treibt Sie an?

Das ist ganz unterschiedlich, manchmal hab ich einfach nur Lust zu schreiben und genau das mach ich dann auch. Ein andermal hab ich dann das Gefühl, ich müsste einfach mal wieder, dann muss ich mich förmlich zum Schreiben überreden. Aber was mir immer einen gewaltigen Motivationsschub gibt, ist, wenn Leser berichten, wie gut ihnen etwas gefallen hat und wie sehr sie sich auf die nächste Geschichte freuen. Je umfangreicher eine Rückmeldung, desto motivierender ist diese dann meistens für mich.

Wie entstehen die Ideen zu Ihren Büchern?

Mein Kopf ist eigentlich voll von Ideen, wo die alle herkommen, ist wirklich schwer zu pauschalisieren. Eigentlich finde ich meine Ideen tatsächlich irgendwie überall. Da kann ein Lied oder eine Textzeile daraus ein genauso guter Gedankenanstoß sein wie der Fetzen eines Gesprächs oder ein Bild. Sicher spielen selbst Erlebtes bzw. die eigenen Wunschgedanken auch eine gewisse Rolle, aber manchmal geh ich einfach nur durch die Straßen und setze mich irgendwo auf eine Bank, Wiese oder Mauer, beobachte die Menschen und lass mich von ganz kleinen Alltäglichkeiten inspirieren.

Gibt es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zwischen Ihren bereits erschienenen und folgenden Büchern?

Bisher haben alle veröffentlichten Geschichten die Gemeinsamkeit, dass sie im selben Genre spielen. Dennoch versuche ich generell, nichts gleich zu schreiben, auch wenn gewissen Ähnlichkeiten dann irgendwie doch nicht abwendbar sind. Ich bin aber immer darum bemüht, einen gewissen Kontrast zu erzielen, deshalb habe ich auch in meinem ersten Buch der “gesunden Schizophrenie“ in mir freien Lauf gelassen und versucht, einige Geschichten aus der Sicht einer Frau zu schreiben.

In welchem ​​Genre sind Sie zu Hause?

Meine Werke bewegen sich alle im Genre Erotik.

Wann können Sie am besten schreiben?

Eine richtige Tageszeit gibt es für mich eigentlich nicht, ich sollte nur keinen Hunger haben, denn da kann ich mich dann einfach nicht konzentrieren.
Die Umgebung spielt dabei schon eine ganz andere Rolle. Obwohl ich nahezu überall schreiben kann, fällt es mir am Meer oder bei Regen auf der Terrasse sitzen tatsächlich am einfachsten. Wobei auch eine Berghütte, fernab menschlicher Nähe, bei mir und meinem Schreiben wahre Wunder bewirkt.

Warum sollten die Leser ausgerechnet Ihr Buch lesen?

Warum ausgerechnet mein Buch? Hmm, ich weiß nicht, ich hab gehört, dass es ganz gut sein soll. Nein, mal ganz im Ernst. Ich weiß es nicht. Vielleicht weil ich mit jeder einzelnen Geschichte, die ich letztendlich zur Veröffentlichung ausgesucht habe, das Ziel verfolge, ihren Leser zu entführen. Mein Ziel ist es, Mitmenschen durch meine Zeilen, obwohl oder vielleicht sogar gerade weil diese nur Kurzgeschichten formen, eine gewisse Zeit alles um sie herum vergessen zu lassen. Ein Kopfkino zu schaffen, durch das man einfach mal seine ganzen Probleme, den Stress oder die Tatsache, schon wieder in einer völlig überfüllten Bahn zu sitzen, auszublenden. Ich hab sogar schon die Rückmeldung bekommen, mit meinen Geschichten wieder frischen Wind in bereits eingeschlafene Beziehungen gebracht zu haben. Wenn dem tatsächlich so ist, denke ich, wäre das doch ein Grund, zumindest mal in meine Sachen hineinzulesen.

Was sind Ihre Lieblingsbücher? Was mögen Sie absolut gar nicht?

Meine zwei Lieblingsbücher sind Mario Puzos “Der Pate“ und Kenneth Roycrofts “The Crow“. Ich lese eigentlich fast alles, nur Sachkunde und Politik sind, wenn es um Bücher geht, nicht unbedingt meine Gebiete.

Mit welchem ​​Ihrer Protagonisten würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken gehen?

Mit Lara. Dabei handelt es sich zwar um eine Protagonistin, deren Werk noch in Arbeit ist, aber dennoch, wenn ich mir einen meiner Charaktere aussuchen müsste, dann wäre das höchstwahrscheinlich Lara.

Was war Ihr lustigster Fehler in Ihren Büchern?

Bis es irgendwann einer Freundin aufgefallen ist, stand in einer meiner ersten Geschichten jahrelang der Satz “Als sie nach seinem Jodsalz griff, war es schließlich ganz um ihn geschehen“.
Bis dahin kannte ich zwar schon einige Umschreibung für das männliche Geschlechtsteil, doch Jodsalz war selbst für mich völliges Neuland. Ursprünglich sollte sie nach seinem Jadestab greifen.

Ihr Lieblingsspruch / Motto / Lebensweisheit

Sex und Erotik sind Themen, denen oft nur deshalb so abwertend entgegengetreten wird, weil sich die Menschen entweder dafür schämen, keine Ahnung zu haben, oder fürchten, für ihr Wissen oder ihre Erfahrungen verurteilt zu werden.

Ihre Chance! Was wollten Sie dem Leser schon immer mal mitteilen?

Puhh, keine Ahnung, ich bin doch so schüchtern! *lächel*

Hmmm … Mitteilen?

Eigentlich nichts, außer meinen Dank!
Danke an all diejenigen, die “mich“ lesen, danke auch für eure Geduld, mein neues Buch wird sicherlich nicht mehr ganz so lang auf sich warten lassen, und ein noch viel größerer Dank geht an die Wenigen, die sich die Mühe gemacht haben, mein Buch zu rezensieren. Denn nur durch eine Rückmeldung, wie eben eine Rezension, bekommen wir Autoren einen Eindruck davon, was Leser und Kritiker über uns und unser Werk denken.



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