Interview mit Sascha Schlüter

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Hillbilly James

 

Name:
Sascha Schlüter

Steckbrief des Autors:
Sascha Schlüter wurde 1989 in der Wartburgstadt Eisenach geboren. Von 2007 – 2010 studierte er an der renommierten Schauspielschule “Der Kreis” in Berlin mit dem Abschluss der Bühnenreife. Anschließend arbeitete er als Hörspielsprecher und machte nebenbei eine Weiterbildung zum Theaterpädagogen. Heute arbeitet Sascha als freier Schriftsteller. Seine Werke sind u.a. in diversen Anthologien zu finden

Bisher erschienene Bücher:
Hillbilly James Monsterjäger November 2014
Intergalaktisches Seemannsgarn (Anthologie) September 2014 Verlag ohneohren
Entfesseltete Natur (Anthologie) August 2013
Mittelalteridylle (Anthologie) Mai 2015 net.-Verlag

 

Woher nehmen Sie Ihre Motivation zum Schreiben? Was treibt Sie an?
Da kommen verschiedene Faktoren zusammen. Zum einen ist es die Lust daran, Geschichten zu gestalten und zu erzählen. Desweiteren ist das Schreiben eine gute Möglichkeit, seine Gedanken zu kultivieren oder vielleicht auch zu Ende zu denken. Daher spiele ich in meinen Texten auch sehr oft mit philosophischen Attributen oder Parabeln.
Auf der anderen Seite ist da natürlich auch ein gewisser Sucht-Faktor. Da kommen einem schnell mal unzählige Gedanken, Bilder und Stories in den Kopf und die wollen Aufmerksamkeit haben. Also versuche ich diese ganzen Ströme im Kopf auf Papier fest zu halten. Manchmal kommt etwas wirklich brauchbares heraus, manchmal aber auch nicht. Wichtig ist jedoch, das alles, was da so im Kopf herum schwirrt, die selbe Art Aufmerksamkeit bekommt.

 

Wie entstehen die Ideen zu Ihren Büchern?
Die hauptsächlichen Gründe sind Fantasy und Philosophie. Wie zu Beginn angesprochen, versuche ich in meinen Texten mit Weltbildern zu spielen. Dabei ist es völlig egal, ob auf religiöser Weise, humanistischer oder politischer. Der erste Gedanke ist oft: “Was wäre wenn?”, der Rest kommt dann meistens eigentlich von alleine. Nicht selten kommen natürlich auch reale Geschehnisse hinzu. Wer von uns hat denn nicht schon einmal etwas erlebt und dabei gedacht: “Darüber müsste ich einen Enthüllungsroman schreiben”.

 

Gibt es Gemeinsamkeiten o. Unterschiede zwischen Ihren bereits erschienen und folgenden Büchern?
An und für sich sind meine bisherigen Werke höchst unterschiedlich. Von Sci-Fi bis hin zu historischen Texten oder auch Horrorelementen ist alles dabei. Dennoch haben alle Werke vieles gemeinsam. Alle verfügen über eine leicht erkennbare Kritik an gegenwärtigen Verhältnissen. Viele beherbergen eine Warnung. Gerade der Mensch, wie er als Lebewesen nun einmal ist, wird in allen Werken gehöriger Kritik ausgesetzt. Philosophische Elemente sind also überall zu finden, und das vereint meine Werke.

 

In welchem Genre sind Sie zu Hause?
In gar keinem. Dazu habe ich noch gar nicht genügend Ausprobiert, um mich da in irgendeiner Weise festzusetzen. Ich habe viele Sci-Fi Texte geschrieben, weil dieses Genre bislang das einfachste war, um meine Geschichten zu verarbeiten. Das erfolgreichste Buch war ein Low-Horror, urbanFantasy… und was es da nicht für Begriffe gibt. Das hat mich sehr überrascht, denn ist bei allen Lesern bisher sehr gut angekommen. Also man sieht, bevor man sich nicht genügend ausprobiert hat und vor allem Spaß an dem hat, was man schreibt, ist eine Fokusierung auf ein bestimmtes Genre eher hinderlich als förderlich.

 

Wann können Sie am besten schreiben?
Nach zwei Gläsern Whisky, einer vollen Packung Zigaretten und vollkommener Isolation.
Was man daraus schlussfolgern kann, ist jedem frei gestellt, aber es funktioniert. Bei mir zumindest.

 

Warum sollten die Leser ausgerechnet Ihr Buch lesen?
Es gibt da ein Zitat von Heiner Müller, einem der wichtigsten deutschen Dramatiker überhaupt. Er sagte u.a. auch in seiner Biografie: “Die Menschen verlangen von der Kunst immer nur Trost.”
Ich finde diesen Satz wirklich treffend, da ein Großteil der heutigen Literatur genau dieses Bedürfnis sättigt.
In meinen Büchern wird konsequent abgerechnet. Vielen Lesern mag es nicht gefallen, wenn man ihnen mit einem Spiegel ihr trübes ICH vor Augen hält. Aber genau in diesem Moment, wenn ein Leser entrüstet ist und vielleicht innerlich die Nerven verliert, dann hat dieser Text genau diese Nerven getroffen, und das ist pure Absicht.

 

Was sind Ihre Lieblingsbücher? Was mögen Sie absolut gar nicht?
Lieblingsbücher habe ich viele. Vor allem H.G. Wells’ “Der Krieg der Welten” oder Robert. L. Stevonson’s “Dr. Jekyll und Mr. Hyde” sind Werke, die mich seit meiner frühen Jugend fasziniert und auch geprägt haben.
John Steinbeck ist ebenfalls ein Autor, dessen gesamte Bibliographie ich bereits mit Wonne durchgelesen habe.

Die Liste an Büchern die mir gar nicht gefallen haben ist ebenfalls groß. Aber in diesem Fall halte ich mich lieber an die alte Weisheit: “Wenn du nichts Gutes zu sagen hast, sag gar nichts.”

 

Mit welchem Ihrer Protagonisten würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken gehen?
Da fällt mir sofort Benoit de Saint-Exupéry ein. Er ist ein Protagonist aus meinem demnächst erscheinenden Buch “Mit eisernen Fäusten”. Er besitzt sowohl eine angenehme Schlichtheit in seinem Wesen als auch eine gehörige Portion Weisheit. Er ist eine Mischung aus Bertolt Brecht und Sokrates, wenn man das irgendwie vergleichen mag. Ich denke, das wäre sicher sehr aufregend.

 

Was war Ihr lustigster Fehler in Ihren Büchern?
Es gab da mal eine Kurzgeschichte, die ich Anfangs nur für die Schublade geschrieben hatte. Ich setzte mich hin und legte los. Auf meinem Tisch stand eine volle Flasche Whisky, die im Laufe des Abends immer leerer wurde. Irgendwann bemerkte ich, dass aus meinem Bleistift, den ich der Hand hielt, plötzlich zwei wurden. Also kam ich dann allmählich zum Ende. Als ich am nächsten die Geschichte noch einmal durchlesen wurde, dachte ich irgendwann, es wäre ein abstraktes, oder sureales Gemälde.
In einem meiner bisher veröffentlichten Werken kam es bisher Gott sei dank nie vor, aber der Tag wird sicher auch bald kommen.

 

Ihr Lieblingsspruch/Motto/Lebensweisheit
“Wenn du einen Regenbogen willst, musst du mit dem Regen klar kommen” – Steven Wright

 

Ihre Chance! Was wollten Sie dem Leser schon immer mal mitteilen?
Der Gegenstand der eines Buches ist, was das Bewusstsein nicht mehr aushält, dieses schwer zu ertragende Paradox menschlicher Existenz, die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Das erklärt auch die Anfälligkeit von Ideologien, die in oder aus Büchern heraus entstehen. Denn diese Ideologien bieten die Möglichkeit, die Last die IHR als Leser habt und tragen müsstest, abzuwerfen”.
Sinn eines guten Buches ist es, EUCH zu berauschen und zu entlarven. Jeder Versuch, diesen Rausch zu unterdrücken, führt nur dazu, dass diese Energien irgendwann aus aus EUCH hervorschießen. Im schlimmsten Falle, dann, wenn es für EUCH schädlich ist. Von daher sollten IHR als Leser unvoreingenommen und verwundbar an ein Buch heran gehen, damit das Lesen EUCH härter und stärker macht.

 

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