“Lycidas” von Christoph Marzi

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“Lycidas” von Christoph Marzi
Erschienen am: 09/11/2011
Autor: Christoph Marzi
“Lycidas” von Christoph Marzi 978-3453529106
4 Absolut lesenswert für Fans gut geschriebener Fantasy-Romane mit düsterem Setting, die keine Angst haben auf 859 Seiten in das Reich der Legenden hinabzusteigen. Absolut lesenswert für Fans gut geschriebener Fantasy-Romane mit düsterem Setting, die keine Angst haben auf 859 Seiten in das Reich der Legenden hi https://www.buchfans.com

Bewertung: ★★★★☆ 4 Sterne

Kurzzusammenfassung:
Düster und mystisch wagt man sich in die uralte Metropole, in der Götter und gefallene Engeln wandeln. In "Lycidas" von Christoph Marzi folgen wir der einäugigen Emily Laing nach London und tief ins Dunkel...

Story:
Emily Laing ist im Waisenhaus aufgewachsen, in dem sie durch einen Unfall ein Auge verlohr. Von Anfang an geht es ihr und ihrer Freundin Aurora nur ums Überleben. Dabei ahnt sie nicht, dass unter ihren Füßen in den Tiefen Londons noch weitaus Düstereres herrscht. In der Stadt unter der Stadt, in der Götter und Rabenmenschen genauso umherwandeln wie gefallene Engel, herrscht ewige Dunkelheit. Als Kinder verschwinden, wird Emily hinab in dieses mystische Dunkel gezogen.Dabei lernt sie den mürrischen Alchmisten Wittgenstein kennen, dessen liebste Antwort stets: "Fragen Sie nicht" zu sein scheint. "Wenn ich es aber doch tue?" Er führt sie durch Herrenhauser, die alten Elfengeschlechtern gehören und findet ihre leibliche Mutter in einem Irrenhaus. Wohin sind aber all die Kinder verschwunden? In all den Rätseln scheint "Lycidas" dessen uralter Name auch "Luzifer" lautet, der Schlüssel zu sein.

Kritik:
Christoph Marzi beginnt mit Lycidas seine Reihe um die uralte Metropole.  Hier wird nicht unnötigt Blut und Gore vergossen, denn es ist kein Horror im üblichen Sinne. Allerdings wird man im Laufe des Lesens immer tiefer in diese düstere Athmosphäre hineingezogen, der Tag scheint sich zu verdunkeln und bei einem Besuch in London wird man ab sofort in jeder U-Bahn den Eingang in ein dunkles Reich vermuten. Obwohl der Roman in der Jetztzeit spielt fühlt man sich durch Wittgensteins unfehlbare Höflichkeit in ein vergangenes Jahrzehnt versetzt. In dieser Umgebung scheint die Begegnung mit mystischen Wesen wie Rabenmenschen und Kindern mit Spiegelscherbenaugen unausweichlich. Götter haben ihre eigenen kleinen Reiche tief unter London und Marzi versteht es brillant, diese zu beschreiben. Selten habe ich ein Buch gelesen, das so gut mit Sprache umgehen konnte."Ich indes wollte nur fort von hier.Einfach nur weg.Und niemals mehr zurückschauen müssen.Nimmer. Nimmer.Nimmermehr."Das Buch hat nur 4 Sterne, da zwar die folgenden zwei Bände immernoch genauso genial geschrieben sind und immernoch durch Sprachgewalt und Stimmung begeistern können, Christoph Marzi aber mit den weiteren Bänden den absteigenden Ast beschritten hat und immer schlechter wird.  Statt eleganter, geschliffener Sprache gleitet er immer mehr in den Straßenslang ab, bis ich irgendwann den Autor aufgegeben habe. Wem das nichts ausmacht, sollte sich einen heißen Tee machen, sich mit dem Buch in seinen Lieblingssessel zurückziehen und die Nacht vor dem Fenster in das eigene Wohnzimmer einladen...

Fazit:
Absolut lesenswert für Fans gut geschriebener Fantasy-Romane mit düsterem Setting, die keine Angst haben auf 859 Seiten in das Reich der Legenden hinabzusteigen.

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