“1Q84” von Haruki Murakami

1883
“1Q84” von Haruki Murakami
Erschienen am: 09/12/2010
Autor: Haruki Murakami
“1Q84” von Haruki Murakami 978-3832195878
3 Haruki Marukami hat mit seinem japanischen Werk 1Q84, zweideutig und vielschichtig, ein aufregendes Buch geschaffen, sodass es für jeden zu empfehlen ist, der vor Surrealismus nicht zurückschreckt. Haruki Marukami hat mit seinem japanischen Werk 1Q84, zweideutig und vielschichtig, ein aufregendes Buch geschaffen, sodass es für jeden zu empfehlen https://www.buchfans.com

Bewertung: ★★★☆☆ 3 Sterne

Kurzzusammenfassung:
Haruki Marukami fängt den Surrealismus in "1Q84" ein und schafft es durch seinen ambivalenten Schreibstil Fiktion und Realität zu vermischen und gleichzeitig zu trennen, sodass ein unterhaltsamer Roman entstanden ist.

Story:
Die Story wird abwechselnd aus der Sicht von zwei Personen, die die Hauptprotagonisten darstellen, erzählt. Zum einen ist das Aomame, Fitnesstrainerin und Auftragskillerin und zum anderen Tengo, gelernter Mathematiklehrer und nebenberuflicher Schriftsteller. Es ist das Jahr 1984 in Tokio, Japan. Aomame fallen nach und nach kleine Veränderungen an der Welt auf, die bis vor einem bestimmten Ereignis nicht vorlagen. Ein Zeichen das hiermit einhergeht ist der doppelte Mond am Nachthimmel. Währenddessen hat Tengo mit einem ungewöhnlichen Auftrag zu tun: er soll ein Buch überarbeiten. Ein Buch, dessen Autorin viel Potenzial hat und mindestens genauso viele Ungereimtheiten bietet. Auch er entdeckt zunehmend kleine Veränderungen an der Welt, wie er sie bisher kannte. Was beide nicht wissen: sie kennen sich (mehr oder  weniger) seit frühesten Kindheitstagen, wobei sie sehr wenig mit dem anderen zu tun hatten, ihre Wege trennten sich, aber ohne, dass einer den anderen je dabei vergaß und das Schicksal führt beide wieder zusammen.

Kritik:
Das Buch ist auf keinen Fall mit der Standardliteratur, die reinen Unterhaltungswert bietet, zu vergleichen. Der Titel 1Q84 steht für die "neue Welt", die Aomame auffällt. Da sie sich im Jahre 1984 befindet, nennt sie dieses Paralleluniversum 1Q84. Das "Q" steht dabei für das englische Wort "question mark". Zu Deutsch: Fragezeichen. Dies ist ein Wortspiel, da Q im Japanischen "kyū" ausgesprochen wird und "9" bedeutet. Mehr oder weniger spricht Murakami damit an, wie das Jahr 1984 hätte sein können, während - und das ist eine Anspielung von dem Buch 1Q84 selbst - George Orwells Vorstellung darum geht, wie das Jahr 1984 hätte werden können. "1Q84" ist meiner Meinung nach ein sehr passender Titel für das Buch. Das Buch hat etwas poetisch-philosphisches, zugleich eine verschlungene Handlung und doch so geradlinig. Vielleicht ging es nur mir so, aber ich habe mich mit sehr widersprüchlichen Emotionen beim Lesen auseinandergesetzt. Teilweise sind die Personen sehr grotesk umschrieben; ihre Art zu handeln und ihr Charakter. Manchmal erschienen die Personen auch merkwürdig passiv und zurückhaltend in Bezug auf die Umwelt, als würde es gar nicht um sie gehen. Und dann hat man sich wieder so sehr mit der Person identifiziert, dass man sie am liebsten an die Hand genommen hätte und durch das Chaos des Buches geführt hätte. Aber womöglich war auch dies die Absicht von Marukami. Da 1Q84 ein Wortspiel ist, so und so gedeutet werden kann und quasi von der Sichtweise des Betrachters abhängt, ist diese Verschwimmung zwischen Illusion und Realität wahrscheinlich gewollt, sowie auch Unschlüssigkeit des Lesers hinsichtlich der Sympathie und Empathie bezüglich der Charaktere. Haruki Marukami hat sich auf jeden Fall an eine ganz besondere Story gewagt, deren Inhalt mich stark an die Schulpflichtlektüre von Dürrenmatt und Kafka erinnerte, gerade wegen der Tatsache, dass nichts wirklich Greifbares da ist, woran sich der Leser festhalten kann. Das macht das Buch aber nicht schlecht - gerade im Gegenteil: man weiß nicht so recht, wo die Story hinführt und wie und ob sich die Charaktere weiter entwickeln. Was mich persönlich sehr gestört hat, war die Langatmigkeit, die mit dem Buch einhergeht. Während sie am Anfang fast unerträglich ist, lockert sich das nach mehreren Seiten auf. Murakami schreibt durch sein ganzes Buch hinweg sehr detailliert und ausführlich, was einem grundsätzlich behilflich ist, da er damit der eigenen Vosrstellungskraft unter die Arme greift. Aber gerade durch die ersten paar hundert Seiten hinweg ist das Lesen doch etwas anstrengend. Ferner bin ich kein großer Fan des Surrealismus. Aber dafür hat es Muarkami durch die übrigen Elemente des Romans dennoch geschafft, dass ich das Buch als lesenswert empfand. Generell hat Murakami ein, meiner Meinung nach lediglich mit den abstarkteren Künstlern (wie oben genannt) vergleichbares, orginelles und einmaliges Buch geschaffen. Bis zu diesem Buch habe ich noch nie von Haruki Murakami gehört, aber er erscheint mir doch zu einem der Schriftsteller zu gehören, deren Werke man gelesen haben muss. 1Q84 stellt ferner nur die ersten beiden Bände der Triologie dar. Der 3. Teil ist bereits erschienen und setzt das Geschehen der ersten beiden Bücher fort. Man darf also gespannt bleiben.

Fazit:
Haruki Marukami hat mit seinem japanischen Werk 1Q84, zweideutig und vielschichtig, ein aufregendes Buch geschaffen, sodass es für jeden zu empfehlen ist, der vor Surrealismus nicht zurückschreckt.

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