Interview mit Michelle Robin

Interview mit Michelle Robin

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Name
Michelle Robin

Autoren-Steckbrief
Michelle Robin, verheiratet, geboren im letzten Jahrhundert, wohnt mit Mann und Kindern am Niederrhein, Sozialpädagogin, Familienmanagerin, Tierfreund, Menschenfreund, eher still als redselig, oft mit trockenem Humor …

Bisher erschienene Bücher auflisten
Hof Bernstein  –  Roman Verlag

Kurzgeschichte „Janne fliiieeeg…“ in „Wintermärchen“ beim Sperling-Verlag 2012

Woher nimmst du deine Motivation zum Schreiben? Was treibt dich an?
Krisen! Gerade wenn ich viel Stress habe, entstehen bei mir die schönsten Geschichten. Schreiben ist für mich wie meine eigene Seelenwanderung an einen Wohlfühlort. Ich genieße es, selbst in meine Geschichten abzutauchen. Schreiben ist für mich Erholung und Entspannung pur und ich genieße es, freie Minuten am Laptop oder mit einem Stück Papier zu verbringen und meine Gedanken einfach mal fließen zu lassen … Leider ist das „Schreiben“ schon in Jugendjahren in meiner Familie sehr belächelt (und gar verhöhnt) worden, sodass ich mich erst jetzt (auf Anregung meines Mannes) traue, Texte zu veröffentlichen …

Wie entstehen die Ideen zu deinen Büchern?
Situationsbedingt aus dem Alltag. Zitate meiner Umwelt, Gegebenheiten, die mich inspirieren. Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst. Manchmal muss ich sie nur sehen, erkennen, in Gedanken formulieren, aufschreiben und mit einigen fantasievollen Ideen zu meinem gewünschten Ende bringen. Klar erkennen Freunde biografische Elemente sofort wieder. *lach*

Gibt es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede in deinen Büchern?
Mein Faible gilt den normalen Alltagsgeschichten, in die sich jeder selbst hineindenken kann. Keine künstlichen Megahelden oder fantastische Figuren, die nur in der Fantasie bestehen. Außerdem finde ich ein positives Ergebnis, das ich aus einer Geschichte ziehen kann, immer wichtig. Das muss nicht zwangsläufig ein Happy End sein, sondern vielleicht auch eine neue Idee, eine Lehre oder gar ein offenes Ende, bei dem sich jeder seine persönliche Lösung denken kann. Freizeit ist Lebenszeit (und die ist begrenzt), deswegen möchte ich sie nicht mit destruktiven, gewalttätigen Gedanken vergeuden. Etwas zum Träumen, Fantasie und Wärme, um Kraft für den eigenen Alltag zu tanken … für den Leser und Schreiberling. (Ich bin diesbezüglich sehr eigennützig.;) )

In welchem Genre bist du zu Hause?
In der Reihenfolge Liebe, Abenteuer, Krimi

Wann kannst du am besten schreiben?
Schreiben geht nur ohne zu große Ablenkung (zu Hause oder unterwegs), gerne, wenn ich mal alleine bin (Fernseher oder stimmungsabhängige Musik sind dabei okay.) Da das sehr selten der Fall ist, eher nachts als tagsüber. Gedanken für neue Geschichten entstehen oft auf Gassiwegen mit dem Hund auf Wald- und Wiesenwegen …

Warum sollten die LeserInnen ausgerechnet deine Werke lesen?
Weil ich Emotionen wecken kann, Fantasie beflügle und vielleicht durch meine Geschichten Menschen dazu bringe, Dinge anders oder mit neuer Kraft zu meistern. In meinen Geschichten ist das Normale, d.h. der Alltagsheld das Besondere, mit dem sich der Leser leicht identifizieren kann. Diese Identifikation macht das Lesen leicht.

Was sind deine Lieblingsbücher? Was magst du absolut gar nicht?
Gerne: Witzige, spritzige Dialoge unter Protagonisten, latente prickelnde Erotik, aber auch Bücher mit logischem Happy End (auch wenn es vorhersehbar ist). Langweilig sind für mich Romane mit z. B. haargenauen, seitenlangen Landschaftsbeschreibungen. Aber auch brutale Horrorszenarien, bei denen mir schon beim Lesen das Blut entgegenspritzt, lehne ich total ab. Gewalt, Hass, brutale Kriege gibt es zuhauf in der Realität. Das brauche ich nicht freiwillig in meiner freien Zeit bei privater Lektüre in der Fantasie ausleben.

Mit welchem deiner Protagonisten oder mit welchem anderen Autor würdest du gerne mal einen Kaffee trinken gehen?
*lach* An diesem Protagonisten arbeite ich noch! Aber steckt nicht in jeder der Figuren etwas von mir selbst? Wer mich persönlich kennt, der weiß das. Aber es muss jemand sein, der geschäumte Milch auf dem Cappuccino genauso mag wie ich.

Was war der lustigste Fehler in deinen Büchern?
Zum Glück gibt es Betaleser, denen fällt so etwas dann eher auf. Mit der Gabe, verschiedene Geschichten parallel zu schreiben, kommt es schon zu Namensverwechslungen innerhalb der Geschichten. Peinlich ist aber auch, wenn aus Versehen zwischendurch die realen Namen verwendet werden, die für die Szene Pate standen. Für den Leser ist es dann verwirrend, wenn plötzlich überraschend ein neuer Name im Handlungsstrang auftaucht … bzw. der Bekannte seinen Namen auf der Seite des Antisympathikus findet und eigentlich für sich als Handlungsfigur den Hero der Geschichte auserkoren hatte …

Dein Lieblingsspruch / Motto / Lebensweisheit?
Das Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. (A. Schweitzer)

„Es ist gut, sein Ziel zu kennen! Wenn der Weg auch nicht immer geradlinig verläuft, bleibe nicht stehen!“ (M.R.)

Deine Chance! Was wolltest du den LeserInnen schon immer mal mitteilen?
„Stark sein bedeutet nicht, nie zu fallen. Stark sein bedeutet immer wieder aufzustehen!“ (Autor unbekannt)

Mit anderen Worten: Mache etwas aus deinem Leben, denn Selbstmitleid behindert nur, hilft dir aber nicht weiter.

Trau dich, auch mal andere Wege zu gehen als der Rest der Gruppe. Und manchmal ist es auch gut zu berücksichtigen: „Schwimmen gegen den Fluss gibt Muskeln“ (Autor unbekannt).

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