Interview mit Mart Schreiber

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Name
Mart Schreiber

Autoren-Steckbrief
Mart Schreiber ist mein Pseudonym, sozusagen mein schreibendes Ich. Den Wunsch zu schreiben habe ich schon als Kind gespürt, der Mut hat aber gefehlt. Stattdessen habe ich zwei IT-Firmen mitgegründet und meine Anteile später wieder verkauft. Seit einigen Jahren bin ich freiberuflich als Projektmanager und Projektcoach tätig. Als begeisterter Wiener bin ich glücklich, in dieser geschichtsträchtigen Stadt mit ihrem vielfältigen kulturellen Angebot leben zu können.

Bisher erschienene Bücher
Der falsche Held (2016)
Es muss brennen (2016)

Woher nimmst du deine Motivation zum Schreiben? Was treibt dich an?
Eine eindeutige Antwort dazu fällt mir schwer. Es ist ein innerer Drang, dem ich vor zirka einem Jahr endlich auch nachgegeben habe. Woher kommt dieser Drang? Ich weiß es nicht.

Wie entstehen die Ideen zu deinen Büchern?
Aus im ersten Moment unbedeutend erscheinenden Erlebnissen und Beobachtungen. Ich schreibe aber nicht autobiographisch, wenngleich ich meinen persönlichen Hintergrund, meine Art zu Denken und meine Gefühle nicht ausblenden kann.
Die Idee zur Kurzgeschichte “Frisch verliebt” ist mir gekommen, weil auch ich einmal als frisch Verliebter von einer fremden Frau in der U-Bahn angesprochen worden bin.
Der Beginn der Geschichte “Finderlohn” ist mir ebenfalls selbst vor einigen Jahren passiert.
Es ist zumeist nur der Einstieg in die Handlung, die ich aus persönlichen oder erzählten Erlebnissen schöpfe. Der weitere Plot und die Protagonisten fallen mir dann beim Schreiben selbst ein.

Gibt es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede in deinen Büchern?
Da ich erst zwei Bücher mit Kurzgeschichten veröffentlicht habe und mein erster Krimi gerademal in der Rohfassung vorliegt, glaube ich, mich mit jedem neuen Buch hinsichtlich Schreibstil, Spannungsbogen und der Ausgestaltung der Protagonisten zu Personen, mit denen man mitleben kann, laufend zu verbessern.
Gemeinsam ist den Büchern die schnörkellose Sprache, einfache Sätze, manchmal in einer fast stakkatoartigen Abfolge. Ich glaube auch, dass meine Plots spannend oder gar packend sind. Das wurde mir auch in vielen Rezensionen bestätigt.

In welchem Genre bist du zu Hause?
In meinem Fall ist es leichter zu sagen, in welchen Genres ich nicht zu Hause bin. Spaß beiseite, meine bisherigen Werke sind schwer einordenbar. Es sind Erzählungen (lange Kurzgeschichten), die fast immer gesellschaftliche Themen unserer Zeit aufgreifen. Selbst der noch zu überarbeitende Krimi ist nicht einfach ein Krimi. Es gibt zwar einen Kommissar, aber dessen Frau ist die Hauptprotagonistin. Die Untersuchungen zu einem Todesfall treiben zwar die Handlung, blutrünstige Schilderungen sucht man aber vergeblich. Die Gedanken und Beweggründe der “Frau Kommissar” stehen im Vordergrund.
Lange Rede kurzer Sinn: zeitgenössische Belletristik, Kurzgeschichten, Krimis.

Wann kannst du am besten schreiben?
Es gibt keine bestimmte Tageszeit dafür. Manchmal schreibe ich am frühen Morgen, manchmal bis spät in die Nacht. Die Umgebung spielt natürlich auch eine große Rolle. In der Regel schreibe ich zu Hause an meinem Schreibtisch, aber ein- bis zweimal in der Woche gehe ich auch ins Kaffeehaus und verbringe dort schreibend einige Stunden. Trotz des Kommens und Gehens und der rundum zu hörenden Gespräche gelingt es mir, voll in meine Arbeit einzutauchen. Das Ambiente und die vielleicht nur mehr unterbewusst wahrgenommenen Gäste dürften aber meine Kreativität positiv beeinflussen.

Warum sollten die LeserInnen ausgerechnet deine Werke lesen?
Da lasse ich lieber Zitate aus den Rezensionen zu meinem zweiten Buch “Es muss brennen” sprechen:

… Durch den flüssigen Schreibstil lässt sich das Buch sehr gut lesen. Man kann sich in die einzelnen Personen gut hinein versetzen, Mart Schreiber tastet sich an ein Thema heran und macht es durch die zwei Erzählungen auch so gut, dass der Leser zum Nachdenken angeregt wird.

… Beide Geschichten haben mich begeistert. Sie wirken ehrlich und sie sind packend geschrieben. Am meisten hat mir an den Geschichten gefallen, dass hier kein schwarz weiß dominiert, sondern viel Wert gelegt wird auf die Vielschichtigkeit der Probleme und die zweifelnde und teilweise verzweifelnde Innenwelt der Protagonisten.

…Aktuell, zeitkritisch, ungemein spannend, unerwartete Wendungen, muss man einfach gelesen haben.

Was sind deine Lieblingsbücher? Was magst du absolut gar nicht?
An erster Stelle muss ich Bücher von Roger Willemsen, dessen Tod im heurigen Jahr mich sehr berührt hat, nennen: “Die Enden der Welt” und “Der Knacks”.
Zu weiteren Lieblingsautoren zählen Martin Walser, Arno Geiger, Norbert Gstrein und viele andere.

Um die Genres Horror, Phantasy, Science Fiction und Liebesromane mache ich einen großen Bogen.

Mit welchem deiner Protagonisten oder mit welchem anderen Autor würdest du gerne mal einen Kaffee trinken gehen?
Roger Willemsen ist leider schon gestorben. Er wäre mein Favorit gewesen. Mit Thomas Glavinic würde ich mich gerne treffen, da er ein Autor mit Ecken und Kanten ist. Aber natürlich würde ich auch mit jedem meiner Lieblingsautoren bei einem Kaffee über das Schreiben diskutieren wollen.

Was war der lustigste Fehler in deinen Büchern?
In meinem ersten Buch habe ich die Namen zweier Protagonisten an einer Stelle verwechselt. Das hat dazu geführt, dass sich ein Protagonist selbst mit der Faust ins Gesicht geschlagen hat.
Lustig war der Fehler aber nicht, denn er wurde von vielen entdeckt und als ein Indiz für die schlampige Bearbeitung gewertet.

Dein Lieblingsspruch / Motto / Lebensweisheit?
Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens.

Für mich bedeutet dieser Satz einerseits, nicht hadernd und wehmütig zurückzublicken, und andererseits, jeden Tag zu nutzen, Entscheidungen nicht auf die lange Bank zu schieben, sich dessen bewusst zu sein, dass man sein Leben weitgehend selbst in der Hand haben kann.

Deine Chance! Was wolltest du den LeserInnen schon immer mal mitteilen?
Ich freue mich über jede Reaktion auf eines meiner Bücher. Auch kritische Worte sind willkommen. Mir ist es besonders wichtig, euch zu unterhalten, eure Phantasie anzuregen und Gefühle in euch zu wecken.

Liste hier auf, wo man dich im Netz antrifft (Webseite, Facebook, Twitter, YouTube, …)*

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Auf YouTube gibt es eine Audio-Leseprobe aus meinem ersten Buch.

 

 

 

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