Interview mit Andreas Hollender auf der Leipziger Buchmesse

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„Wir Kleinen müssen da auch zusammenhalten, um den Großen dann auch mal wehtun zu können.“

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Es ist Samstagnachmittag auf der Leipziger Buchmesse. Die Hallen leeren sich allmählich, die Aussteller scheinen ein wenig müde. Alle bereiteten sich auf den Ansturm des nächsten Tages vor. Herr Hollender dagegen scheint putzmunter und begrüßt uns mit freundlichen Worten. Auch seine Frau ist dabei. Zusammen finden wir ein lauschiges Plätzchen, an dem wir ungestört unser Interview führen können.

 

Herr Hollender, Sie sind der Geschäftsführer von neuDENKEN Media. Bitte erzählen Sie mir ein bisschen von Ihrem Unternehmen.

Den Verlag gibt es jetzt seit einem Jahr. Wir haben zuvor 3-4 Jahre Entwicklungsarbeit geleistet, um Erfahrungen zu sammeln. Schließlich haben wir ein Büro in Regensburg gemietet. Der Verlag veröffentlicht Bücher, die nicht alltäglich und auf dem Markt noch nicht zu finden sind. Wir versuchen, die Autoren bekannter zu machen. Dafür nutzen wir verschiedene Vertriebskanäle.

 

Haben Sie mittlerweile ein großes Team, das die Bücher prüft oder kommt kein Buch an Ihnen vorbei?

Die Projekte landen alle bei uns, wir machen aber keine klassische Akquise. Die Bücher werden von mir geprüft… natürlich auch vom Inhalt. Für uns spielt dabei vor allem das Engagement des Autors eine sehr große Rolle. Das Manuskript kann noch so toll sein, aber wenn der Autor mit dem ganzen Vermarktungs-Vorgang nichts zu tun haben will, dann hat er bei uns keine Chance.

Es sollte ein Miteinander zwischen Verlag und Autor sein. Ein Autor bekommt von uns vielfältiges Werbematerial, das er gezielt und aktiv einsetzen kann. Als Verlag hat man bei dem Konsumenten eine andere –sachlichere- Ansprache als ein Autor. Dieser erreicht den Kunden besser und deswegen sollte er das Marketing mit unterstützen.

 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Bücher zu vertreiben, die „es so nicht gibt“?

Das ist eigentliche eine reine BWLer Frage. Ich versuche eine Nische zu besetzen. Dafür braucht man allerdings die richtigen Leute. Die bekommt man dann, wenn man die Augen aufhält. Wir haben beispielsweise ein Kochbuch mit einem Metzger verlegt. Er ist zwar nicht der typische Autor, aber es geht in dem Buch ja vor allem um die Rezepte. Wir machen aber auch zum Beispiel einzigartige Kinderbücher in verschiedenen Nischen.

 

bigstock-Editable-vector-illustration-o-14348795Wie haben Sie Reto Stuber, den Gründer von BuchFans.com und  Stuber Publishing, kennengelernt?

Da Reto auf der anderen Seite des Teiches wohnt, ist “kennenlernen“ ja häufig nicht ganz einfach… (Augenzwinkern) Tatsächlich haben wir uns über Online-Marketing kennenlernt, also über die Frage, wie man sich online am besten vermarkten kann. Ich habe Retos offene Art geschätzt. Dann haben wir vor einigen Jahren zu fünft eine Publishing-Mastermind gegründet. Das ist ein perfekter Austausch und jeder bringt seine Ideen ein.

Das ist sehr intensiv, und das Ergebnis der vertrauensvollen Zusammenarbeit der letzten Jahre bringt nun auch Gemeinschaftsprojekte zutage. Bei einer derartigen Distanz über den großen Teich kann es nur funktionieren, wenn man sich gegenseitig vertraut. Ich habe den Vertrieb und er die Produktion, man versucht, sich gegenseitig zu unterstützen. Wir Kleinen müssen da auch zusammenhalten, um den Großen dann auch mal wehtun zu können.

 

Sind Sie jedes Jahr auf der Leipziger Buchmesse vertreten?

Wir kommen jedes Jahr zur Leipziger Buchmesse, um vor allem unseren Self-Publishing-Day mit den Ausstellern zu besprechen. Für uns ist es sehr praktisch, da alle Austeller auf kurzen Wegen zu erreichen sind. Hier können wir für den Self-Publishing-Day die Entwicklung gemeinsam vorantreiben. So werden auch die Wünsche der Autoren beachtet, jeder soll seine Ideen mit einbringen.

 

Was erwarten Sie von den Autoren beim Self-Publishing-Day?

Read Dice Mean Literacy Books Or Non-fictionUns ist es wichtig, dass die Autoren bereit sind, mitzuarbeiten z.B. auch bereit sind, Geld in Weiterbildung zu investieren. Die Autoren sollen sich ruhig zum Self-Publishing-Day unsere Webseite www.self-publishing-day.de anschauen: was wir zu bieten haben, welche Austeller wir haben…

Besonders auch, mit welchen Autoren die Teilnehmer in Münster sprechen können. Die Teilnehmer sollen sich hier für Fragen überlegen, damit eine erfolgreiche Diskussion dabei herauskommt. Es hat sich letztes Jahr schon gezeigt, dass die Autoren selten die Gelegenheit haben, über kurzen Weg ein Feedback zu bekommen. Genau das bieten wir in entspannter, familiärer Atmosphäre.

 

Wenn Sie beruflich so viel mit Bücher arbeiten, haben Sie privat noch Lust, zu lesen?

Ich bin der beste Beta-Leser meiner Frau (lächelt). Ansonsten lese ich eigentlich nur wirtschaftliche Bücher, also rein arbeitsbezogen. Ich bin wahrscheinlich einer der wenigen Verleger, der noch seine eigenen Bücher liest, aber ansonsten ist das Lesen rein berufsbezogen. Meine Frau und ich leiten gemeinsam die neuDENKEN Media, daher geht es 24h bei uns ums Lesen, Schreiben und Verlegen.

 

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