Bücher & Filme zu Weihnachten: Charles Dickens, die Muppets & Terry Pratchett

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Die Weihnachtsgeschichte um den Geizkragen Ebenezer Scrooge, der verbittert und herzlos sein Leben führt, ist zu Recht als Klassiker zu bezeichnen. 1843 ist der Roman von Charles Dickens erschienen und zwar unter dem recht sperrigen Originaltitel „A Christmas Carol In Prose, Being A Ghost Story Of Christmas“. Dickens Ziel war es, die Aufmerksamkeit auf die Problematik der armen Bevölkerung Englands zu lenken. Seine Fabel über einen Geizhals, der über Nacht zu einem besseren Menschen wird, ist simpel, aber trifft genau den richtigen Nerv.

Romanverfilmung mit Kermit, Miss Piggy und Co

Von dem Roman gibt es zahlreiche Verfilmungen, die sich mehr oder weniger an das Buch halten. Zu den beliebtesten Filmen gehört die Muppets Weihnachtsgeschichte, in der sich die Geschehnisse nah am Buch bewegen und Handpuppen die Protagonisten spielen. Vor allem die Geister der Weihnacht sehen denen des Romans zum Verwechseln ähnlich. Dabei erhielt die Hauptrolle Ebenezer Scrooge die Stimme des bekannten Schauspielers Michael Caine, der unter anderem Butler Alfred in „The Dark Knight“ spielte.

Die Weihnachtsgeschichte

Der Film selber hält sich, wie schon angedeutet, stark an die Handlung des Buches, so dass für Leser des Buches ein vertrautes Gefühl entsteht. Bereichert wird das Ganze natürlich durch die Anwesenheit der Muppets. Vor allen Dingen die Erzähler Gonzo als Charles Dickens und Rizzo die Ratte als…Rizzo die Ratte sorgen für gute Gags. Kermit spielt Bob Cratchit, Scrooges Buchhalter und als wäre es noch nicht genug, ist er auch noch mit Miss Piggy im Film verheiratet. Zumindest hier hat sie es also geschafft. Da der Film zudem eine Disney Produktion ist, hat die ganze Handlung natürlich einen Musicaleinschlag. Diese Szenen sind wunderbar gedreht und Handpuppen, die singendes Gemüse oder Tiere darstellen, lockern die Geschichte vor allen Dingen für Kinder auf.

Moral des Weihnachtsfilms

Zum Finale hin weicht man nämlich auch nicht vom Buch ab, in der Vision der zukünftigen Weihnacht ist Tiny Tim (der Sohn von Bob Cratchit) verstorben und Scrooge muss zusätzlich noch mit ansehen, wie die Menschen über ihn reden, nachdem er selber in der Zukunft gestorben ist. Hier wird der Knackpunkt erreicht und Ebenezer erkennt, dass er sein Leben falsch geführt hat und dass ihm nur die Nähe von Menschen und eigene Hilfsbereitschaft Erlösung bringen können. So endet die Geschichte mit dem Festmahl im Hause Cratchit und einer Gehaltserhöhung für den fleißigen Bob.

Terry Pratchett’s fantastische Weihnachtsgeschichte

Es war 1983 als von dem britischen Autor Terry Pratchett die Scheibenwelt erfunden wurde. Dabei handelt es sich um einer scheibenförmigen Fantasiewelt, die auf den Rücken von vier Elefanten liegt, welche wiederum auf einer riesigen Schildkröte Stand finden. Klingt komisch, ist aber so. Zu Beginn nahmen die Romane vor allen Dingen gängige Klischees aus Fantasyromanen auf den Arm, doch inzwischen nutzt Pratchett seine Welt seit längerem auch für ernste Themen, wie bspw. Migration, Erwachsen werden, Religion oder Krieg.

Ebenso gerne spielt Pratchett mit Folklore und so darf natürlich auf der Scheibenwelt das Weihnachtsfest nicht fehlen. Nur dass dieses in der Neujahrsnacht gefeiert wird und der Schneevater sich für das Verteilen der Geschenke verantwortlich zeigt. In dem Roman „Im Schweinsgalopp“ (OT: „Hogfather“) geht es eben um jenen Schneevater und wie Legenden und Mythen entstehen und sich über die Jahrhunderte verändern. Der Aufhänger, der alle Geschehnisse im Buch ins Rollen bringt, ist ein Auftrag an die Assassinengilde in der größten Stadt der Scheibenwelt Ankh-Morpork: Sie soll nämlich den Schneevater töten.

Es findet sich auch ein junger Assassine, der diese unmögliche Aufgabe annimmt (denn wie soll man eine antromorphe Persönlichkeit töten). Was jedoch keiner weiß, ist die Tatsache, dass der Auftrag von Wesen gegeben wurde, die damit verhindern wollen, dass am nächsten Morgen die Sonne aufgeht. Denn dies war die ursprüngliche Bedeutung des Schneevaters, der das neue Jahr mit dem Aufgehen der Sonne einläutete. Also muss Tod (genau, das große Skelett mit Kutte und Sense) einspringen und eine Nacht lang als Schneevater agieren, damit dieser nicht durch mangelnden Glauben stirbt.

Zuerst das Buch, dann die BBC Verfilmung

Das hört sich jetzt erst einmal alles recht wirr an, ist aber ein sehr gelungenes leicht fantastisches Buch, welches sich auf herrliche Art und Weise mit Weihnachten und Volkstum auseinandersetzt. Es gibt mit Hogfather – Schweinsgalopp auch eine Verfilmung der BBC, welche atmosphärisch recht gelungen ist, aber Pratchetts Humor nicht komplett in den Film transportieren kann. Ein guter Film ist es dennoch geworden, aber ich empfehle zunächst den Griff zum Buch.

1) Charles Dickens – A Christmas Carol. in Prose (Taschenbuch)

A Chrsitmas Carol

2) Terry Pratchett – Im Schweinsgalopp (TaschenbucheBook –  AudioHörbuch Download)

Im Schweinsgalopp

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