Interview mit Marc Späni

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Name
Marc Späni

Autoren-Steckbrief
Marc Späni wurde 1972 in St. Gallen (Schweiz) geboren. Er studierte in Zürich und Toulouse Germanistik, französische Literatur und Philosophie und schreibt seit rund fünfzehn Jahren Erzählungen, Romane und seit Kurzem auch Theaterstücke. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Zürich, wo er als Gymnasiallehrer arbeitet.

Bisher erschienene Bücher auflisten
Robins Garten (2016) 
Der Heiland aus dem Glasturm (2016, in Vorbereitung) 

Woher nimmst du deine Motivation zum Schreiben? Was treibt dich an?
Das Schreiben hat bei mir etwas Zwanghaftes. Geschichten entstehen in mir, ob ich das will oder nicht. Da sie in meinem Innern aber nur bruchstückhaft, verschwommen und unfertig bleiben, ist der Prozess des “Gebärens” manchmal sehr anstrengend und langwierig. Im Schreiben kann ich Gelebtes nochmals durchleben, verarbeiten, aber auch alternatives Leben er-leben und mit anderen Ichs experimentieren.

Wie entstehen die Ideen zu deinen Büchern?
Manchmal versuche ich, systematisch Ideen zu sammeln und zu entwickeln, am Ende dringt aber doch immer eine Idee durch, die schon lange – vielleicht unbemerkt – in meinem Kopf herumlag. Beim Ausarbeiten der Texte gehe ich vor, wie das eine Figur in der Erzählung “Abfall” vorschlägt: “Betrachten Sie die Welt als großen Schrottplatz, von dem Sie sich beliebig bedienen können, um irgendeine hirnverbrannte Skulptur zu basteln, die als Kunst verstanden wird. Es liegt so viel Literatur herum, nehmen Sie sich doch, was Sie brauchen.”

Gibt es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede in deinen Büchern?
Ich experimentiere gern mit Schreibstilen, Konstruktionsweisen und Strukturen, deshalb hat jeder Text eine ganz eigenes Aussehen: Ich-Erzählungen, Brieferzählungen, Dramentexte und klassische Erzählung. Beim Durchlesen stelle ich aber fest, dass im Grunde immer wieder die gleichen Themen durchschimmern: Immer geht es um die Gestaltung des Lebens, die Frage nach dem Umgang mit der eigenen Sterblichkeit.

In welchem Genre bist du zu Hause?
Meine Texte siedeln sich irgendwo an der Schnittstelle zwischen Science Fiction, Fantastik und Belletristik an – mal mehr beim einen, mal mehr beim anderen Genre.

Wann kannst du am besten schreiben?
Schreiben kann ich überall und zu jeder Zeit, auch in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, in den kurzen Pausen im Büro oder abends, wenn die Kinder schlafen. Ideen entwickeln geht auch prächtig beim Spazierengehen.

Warum sollten die LeserInnen ausgerechnet deine Werke lesen?
Ich glaube (hoffe!), dass Leserinnen und Leser von meinen Büchern in erster Linie unterhalten werden. Ich entführe sie in ganz eigene Lebens- und Gedankenwelten, konfrontiere sie mit grundlegenden Lebensfragen, bringe sie aber immer auch zum Schmunzeln – über andere und über sich selbst.

Was sind deine Lieblingsbücher? Was magst du absolut gar nicht?
Lieblingsbücher habe ich unzählige: Darunter sind Werke von Jean Paul, Science-Fiction-Romane von Franke, Dramen von Dürrenmatt, Krimis von Glauser, Versepen von Hartmann von Aue ebenso wie Romane von Markus Werner und Urs Widmer. Ich mag Werke nicht, die lieblos und nach Schema geschrieben werden. So sind mir etwa die immer gleichen skandinavischen Krimis (in der Nachfolge von Nesser und Mankell) irgendwann verleidet.

Mit welchem deiner Protagonisten oder mit welchem anderen Autor würdest du gerne mal einen Kaffee trinken gehen?
In einer meiner Erzählungen im “Heiland aus dem Glasturm” trifft die Hauptfigur in einem Café in Zürich mich, den Autor, plaudert eine Weile über Literatur und raucht dabei seine letzten Zigaretten (das war vor dem allgemeinen Rauchverbot). Das Gespräch läuft allerdings nicht besonders gut ab.

Was war der lustigste Fehler in deinen Büchern?
Fehler bleiben auch nach sorgfältigstem Lektorat und Korrektorat, leider sind bisher keine besonders lustigen darunter.

Dein Lieblingsspruch / Motto / Lebensweisheit?
Ich bin kein Freund von Mottos, Lebensweisheiten und solchen Dingen. Wenn ich das eine Motto gefunden hätte, das mein Leben und das Leben überhaupt perfekt auf den Punkt bringt, könnte ich aufhören zu schreiben.

Deine Chance! Was wolltest du den LeserInnen schon immer mal mitteilen?
Das Frustrierendste am Schreiben ist, wenn man mit seinen Texten nicht zu den Lesern gelangt. Allen Lesern möchte ich deshalb ganz herzlich für das Interesse an meinem Schaffen danken!

Liste hier auf, wo man dich im Netz antrifft (Webseite, Facebook, Twitter, YouTube, …)*
www.marcspaeni.ch
www.facebook.com/marcspaeni
https://www.youtube.com/watch?v=30rr1jTaYYI
https://www.youtube.com/watch?v=9nfNwljfHvE
 

 

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